TCG-Doppelspezialist Krawietz erfolgreich wie nie

Kevin Krawietz hat aktuell einen Erfolgslauf. Der 24-Jährige Tennisspieler des Zweitligisten TC Großhesselohe hat sich gerade im Doppel in der Rangliste sehr weit nach oben gespielt. Als aktuelle Nummer 122 ist der Ismaninger drittbester Deutscher in der ATP-Doppelweltrangliste hinter den Routiniers Philipp Petzschner und Andre Begemann.

Fünf Doppeltitel bei internationalen Turnieren hat der gebürtige Coburger 2016 gewonnen, vier davon bei Challenger-Turnieren der Profivereinigung ATP. Die Qualifikation für das Doppelturnier bei den gerade laufenden Australian Open hat er nur um Haaresbreite verpasst. Zum Zeitpunkt der Qualifikation für den Grand Slam in Melboune lag der Wimbledon-Doppelsieger von 2009 bei den Junioren nur ein paar Plätze über dem Cut von 130. „Die letzten Turniere 2016 waren sehr gut. Es wäre natürlich super, wenn es so weitergeht. Ich habe mich sehr wohl gefühlt auf dem Platz“, beschreibt Krawietz seinen Erfolgslauf.

Intensivere Turnierplanung – bald im Daviscup im Doppel?

Im Vergleich zu früher hat sich Krawietz im abgelaufenen Wochen und Monaten intensiver mit der Planung seines Turnierkalenders beschäftigt. „Ich habe 2016 viel im Voraus geplant. Vor allem welcher Doppelpartner am besten passt, was sehr wichtig im Doppel ist. Und mir macht der Spielstil vom Doppel mit Aufschlag und Volley einfach Spaß“, erklärt Krawietz sein Erfolgsrezept im Doppel. Sollte der Athlet des Jungprofi-Teams der Oberhachinger TennisBase im Doppel weiter so stark spielen, dann dürften demnächst die ersten Teilnahmen bei ATP-Turnieren winken. Oder sogar vielleicht mal ein Einsatz im deutschen Daviscup-Team. Der deutsche Teamchef Michael Kohlmann kennt Krawietz ja bestens aus seiner Arbeit als DTB-Bundesstützpunkttrainer in der TennisBase. Meinungen von Kohlmann zur Aussicht seines Zöglings auf einen Davis Cup-Einsatz im Doppel sind bis dato zwar nicht überliefert. Krawietz hätte aber logischerweise nichts gegen eine Nominierung für Deutschland. „Ich habe zu ihm aus Spaß schon mal gesagt, dass ich ready wäre. Da stand ich aber in der Weltrangliste noch um die 200. Es wäre ein absoluter Traum für mich, für Deutschland spielen zu dürfen.“

Auch im Einzel steigt die Formkurve des Ismaningers wieder nach oben. Das Formtief zwischen 2013 und 2015, wo er im Einzel zwischenzeitlich wieder aus den Top 600 gerutscht war, ist Geschichte. Krawietz hat seine Top-Platzierung vom Juni 2012 (ATP-270) fast schon wieder erreicht. Aktuell ist der Großhesseloher Zweitligaspieler die Nummer 292 der Welt. Auch wenn Krawietz bei den jüngsten Challenger-Turnieren in diesem Jahr in Thailand (einmal in der Qualifikation und einmal im Achtelfinale) und in Koblenz (in der Qualifikation) wieder früh ausschied, blickt Krawietz hoffnungsvoll nach vorne. Bei zwei Challenger-Konkurrenzen in Frankreich soll es wieder erfolgreich weitergehen. „Ziel ist es, fit zu bleiben und in erster Linie Grand Slams zu spielen. Ob Doppel oder Einzel, wird sich zeigen. Langfristig ist mein Ziel, konstant bei den großen Turnieren zu spielen. Und dann mal beim Davis Cup oder bei Olympia dabei zu sein, wie es sich die meisten Sportler erhoffen“, sagt Krawietz. Dabei möchte Krawietz weder auf Einzel noch auf seine Spezialdisziplin Doppel einen größeren Fokus legen. Wohl auch deshalb, weil es bei den Doppelturnieren wegen des geringeren Preisgeldes gegenüber Einzelwettbewerben schwieriger ist, den Unterhalt der weiten Reisen rund um den Globus zu bestreiten. „Ich werde beides spielen. Wenn ich mich weiterentwickle und an 2016 anknüpfen kann, wäre das gut.“

Fünfte Saison in Serie für Großhesselohe – „Macht Spaß, für TCG zu spielen“

Im Sommer steht für den einstigen Bundesligaspieler in Aachen dann die Liga-Saison vor der eigenen Haustür an. Der Ismaninger bestreitet seine fünfte Saison in Serie für den TC Großhesselohe, der für die kommende Saison personell mächtig aufgerüstet hat. Im Isartal spielt Krawietz fortan an der Seite von Weltklassespielern wie seinem TennisBase-Kollegen Florian Mayer, der zum TCG gewechselt ist. „Flo ist natürlich eine richtig gute Verpflichtung, die mich sehr gefreut hat. Kasi (TCG-Teammanager Christopher Kas; Anm. d. Red.) und Bernard Eßmann (TCG-Präsident; Anm. d. Red.) machen einen sehr guten Job. Man kann schwer sagen, was man erwarten kann. Wir haben ein sehr gutes Team und haben das Ziel aufzusteigen. Aber die anderen Teams sind auch gut und mit der Zählweise durch den Matchtiebreak wird alles enger. Es wird eine gute und interessante Saison, ich freu mich sehr drauf“, sagt Krawietz.

Am Hochufer des Isartals hat der Doppelspezialist mittlerweile seine Heimat gefunden. „Als ich gekommen bin, war noch Leo Benz und Coach Karsten Schulz da, die das alles aufgebaut haben. Ihnen hat der Verein viel zu verdanken, aber das weiß unser ‚Oldie‘ Marcel Zimmermann noch besser (lacht). Wie gesagt Bernard und Kasi formen ein Team, das einfach passt, sich immer gut versteht. Und das ist glaube ich das wichtigste in einer Mannschaft. Es macht einfach Spaß für den TCG spielen zu dürfen.“

Bildquelle: Foto von Horst Huber