Büschl Team beendet Saison als Vizemeister – Konzept bleibt

Tennis 2017 TC Großhesselohe Damen Mannschaftsbild mit Leo Benz und BüschlTennis 2017 TC Großhesselohe Damen Julita Saner Rückhand

Das Büschl Team TC Großhesselohe feiert trotz einer Heimniederlage im Saisonabschluss gegen den Meister BASF TC Ludwigshafen die Vizemeisterschaft in der 2. Bundesliga Süd.

GroßhesseloheDas Büschl Team TC Großhesselohe verlor am letzten Spieltag im Duell der beiden Spitzenmannschaften der 2. Bundesliga Süd zwar gegen den BASF TC Ludwigshafen mit 2:7. Angesichts einer guten Saison mit nur zwei Niederlagen und vielen starken Spielen der TCG-Nachwuchstalente und langjährigen Clubspielerinnen zeigte sich TCG-Präsident Bernard Eßmann zufrieden über Platz zwei nach dem letzten Spieltag. Zumal vor der zweiten Zweitliga-Saison nach dem Aufstieg im Jahr 2015 der Klassenerhalt als Ziel ausgegeben wurde und im Verein nur wenige mit einer Vizemeisterschaft gerechnet hätten.

Geschlossene Mannschaftsleistung dank Teamgeist – TCG-Talente überzeugen

Der Schlüssel zum Erfolg zeigte sich diesmal wie in den Jahren zuvor in einer geschlossenen Mannschaftsleistung mit ausgeprägtem Teamgeist. Die ausländischen Top-Spielerinnen um Jesika Maleckova (WTA 238) und Valentyna Ivakhnenko (WTA 292) fühlten sich in ihrer dritten Saison für den TCG wieder einmal rundum wohl auf der Anlage beim renommierten Tennisverein am Isar-Hochufer. Neben dem Top-Duo konnten auch die ebenfalls im dritten Jahr beim TCG spielende Pernilla Mendesova sowie die schwedischen Spielerinnen Fanny Östlund und Julita Saner auf der Anlage des TCG vor Ort trainieren und nächtigen.

In der ersten Woche der Saison hatte sich das Team auf der Anlage an der Pullacher Straße zusammen auf die ersten drei Spiele vorbereitet. Saner half auch in der zweiten TCG-Mannschaft in der Landesliga aus, um beim anvisierten Bayernliga-Aufstieg mitzuhelfen. „Es war ein Vorteil, dass wir am Anfang alle zusammen waren. Das hat schon etwas ausgemacht und es war für die Spielerinnen ein gutes Gefühl, sich beim TC Großhesselohe einzuspielen“, sagte Melanie Hafner, die zusammen mit Mitspielerin Lena Hofmann die Mannschaft für den aktuell erkrankten TCG-Trainer Marc Senkbeil betreute.

TCG-Talente überzeugen auf voller Linie – gegen Ludwigshafen ohne Doppel-Erfolg

Hinter den ausländischen Kräften setzte der TCG unabhängig von Ergebnissen wieder mal auf Nachwuchstalente aus der Region. Die 15 Jahre alte Gautingerin Isabella Pfennig, die gerade eben erst die Deutsche Meisterschaft in ihrer Altersklasse gewonnen hatte, gewann ihre sechs Einzel allesamt. TCG-Eigengewächs Carolin Himmel spielte ebenfalls drei Matches. Und die erst 20-jährige Verena Meliss aus Südtirol blieb in ihren sechs Einzel- und Doppelspielen in diesem Jahr ungeschlagen.

Am letzten Spieltag der Saison sollte es für die Großhesseloherinnen gegen stark aufgestellten Gäste nicht zur großen Überraschung reichen. Ohne Maleckova und Ivakhnenko gelang Mendesova an Eins zwar ein klarer Sieg (6:0, 6:3) gegen die in der Weltrangliste wesentlich besser platzierte Rumänin Andreea-Christina Mitu (WTA 309). Allerdings verlor der TCG dahinter vier Einzel. Hofmann konnte eine zwischenzeitliche Führung gegen Julia Wachaczyk nicht halten und unterlag mit 3:6, 5:7. Saner (0:6, 3:6 gegen Ysaline Bonaventure) und Hafner (0:6, 3:6 gegen Nora Niedmers) verloren ebenso deutlich wie die erst 14 Jahre alte Himmel, die beim 1:6, 2:6 gegen Natalia Siedliska an Position sechs ein ordentliches Heimspiel-Debüt hinlegte. Einzig Pfennig wusste beim 0:6, 7:6(2), 10:5 gegen die Italienerin Alice Balducci wieder einmal zu überzeugen. In den drei Doppeln war das Team aus jungen Talenten und erfahrenen Spielerinnen dann jedoch gegen den designierten Meister chancenlos. Sowohl Mendesova/Saner als auch Haffner/Katharina Schöttl und Pfennig/Himmel unterlagen jeweils glatt in zwei Sätzen.

TCG bleibt seiner Linie treu: Konzept mit Nachwuchs und langjährigen Club-Spielerinnen

Für den letzten Spieltag hatte sich der TCG bewusst für eine Aufstellung mit Nachwuchsspielerinnen und langjährigen Clubspielerinnen wie Hafner und Schöttl entschieden. „Die Themen Jugendförderung und Einbindung langjähriger Clubspielerinnen wie Hafner und Schöttl sind uns wichtig. Daran möchten wir auch weiter festhalten. Aus unserer Sicht ist im Moment die 2. Bundesliga ideal, um diese Spieler einzusetzen“, sagt Eßmann. Wichtig sind Eßmann vor allem transparente Vorgaben gegenüber seinen Spielerinnen. „Ich bekomme viel positives Feedback von Spielerinnen. Sie bedanken sich oft dafür, dass wir uns an unsere Versprechen halten. Das merkt man auch deutlich bei unseren ausländischen Spielerinnen. Sie merken, dass man auch im zweiten oder dritten Jahr auf sie baut. Wir halten die Versprechen an unsere Spielerinnen ein“, sagt Eßmann.

Im Falle einer Meisterschaft hätte Eßmann zwar den Bundesliga-Aufstieg angenommen und nicht darauf verzichtet. Allerdings hätte man auch dann das Konzept mit Jugendspielerinnen nicht über Bord geworfen. Eßmann sieht weniger den Aufstieg, sondern primär eine gesunde Entwicklung der Mannschaft als oberste Priorität, bevor man an weitere Ziele denken können. „Wenn unser Stamm irgendwann mal noch schlagfertiger sein sollte, dann könnte ich mir vorstellen, dass wir auch mal in der Bundesliga spielen werden“, sagt Eßmann. Diesen Aufstieg wünschten zumindest die Gäste aus Ludwigshafen beim Saisonabschluss dem TCG in der nahen Zukunft. Vom designierten Meister bekam der TCG eine große Schampus-Flasche mit der Aufschrift „Meister der Herzen“ geschenkt. „Wir hoffen, dass Großhesselohe es nächstes Jahr schafft“, sagte Ludwigshafens Präsident Frank Stauder gegenüber TCG-Vorstand Roland Benedikt, der seinerseits den Pfälzern zur Meisterschaft gratulierte. Da hätte dann auch Eßmann nichts dagegen. „Wenn unser Umfeld und unsere Jugendspielerinnen einmal so weit sein sollten, dann nehmen wir das gerne an“, sagt Eßmann.